Kleintierklinik Iffezheim

milztumor1
Bei älteren Hunden finden sich in der Bauchhöhle häufig Tumore. Davon sind etwa 40% Tumore der Milz. In den meisten Fällen sind die Veränderungen der Milz bösartig, das heißt sie können Metastasen (Tochtergeschwulste) in andere Organe entsenden und dadurch zum Tod führen. Milztumore sind in der Regel primäre Tumore, das heißt, der Ausgangspunkt des Tumors liegt im Organ selbst.
Auch wenn wir bei der Milz alle Typen von Tumoren vorfinden können (Fibro-, Lipo-, oder Leiomyo-Sarkom), so ist der am häufigsten vorkommende Tumortyp das Hämangiosarkom = (malignes Hämangioendotheliom). 85% der Milztumore sind Hämangiosarkome. Sie metastasieren häufig, und zwar in Lunge, Herz, Leber und Gehirn.
Milztumore sind besonders gefährlich, da sie oft in den Bauchraum bluten (Sickerblutungen) dadurch zum einen zu einem chronischen Blutverlust führen, zum andern Tumorzellen sich in der gesamten Bauchhöhle ausbreiten können.
Bei älteren Hunden sollte wegen der Häufigkeit der Milztumore (40%) die Ultraschalluntersuchung der Milz – ebenso wie die der Prostata - zum routinemäßigem Jahrescheck gehören. Die Sonografie ist eine schonende, ungefährliche und sehr sichere Untersuchungsmethode wobei sogar kleinste Tumore ab einer Größe von 0,5 cm entdeckt werden können.
Anders als früher angenommen ist dadurch eine sehr frühe Erkennung und eine vollständige Heilung möglich.
Häufig kommen Patienten mit Milztumoren erst dann in die Praxis, wenn die Veränderung bereits Symptome verursacht (Schwächeanfälle durch innere Blutung, tastbare Knoten im Bauchraum). Für diese Patienten ist eine Heilung in der Regel nicht mehr möglich, da bereits Metastasen vorliegen und selbst durch eine Entfernung der gesamten Milz keine Heilung erzielt werden kann. Entdeckt man bei einer Vorsorgeuntersuchung einen Tumor in der Milz, schließt sich eine gründliche Suche nach Metastasen an, denn nur ein metastasenfreier Hund profitiert von einer Operation.

Können keinen Hinweise auf Metastasen des Milztumors gefunden werden besteht die Therapie aus der Entfernung der Milz. Dies ist zwar ein relativ großer Eingriff, welcher jedoch selbst von alten Hunden gut toleriert wird. Ähnlich wie Menschen können Hunde gut auch ohne Milz leben.
Viele Tiere haben heutzutage dank Vorsorgeultraschall das Glück, dass sie die statistischen Prognosen weit überleben. So gilt für die Tumore der Milz wie für alle anderen Krebserkrankungen, je früher gehandelt wird, desto günstiger ist die Prognose.
Die Sonografie der Bauchhöhle ist integraler Bestandteil der „
Senioren-Vorsorgeuntersuchung“.
Bei großen Hunden empfehlen wir diese ab dem 7. Lebensjahr.