Ektopische Ureter – ein zunehmendes Problem in der Hundezucht?

Beim gesunden Hund transportiert der Harnleiter den in den Nieren produzierten Urin in die Blase. Die Blase ist nach aussen durch einen Schliessmuskel von der Harnröhre getrennt. Beim Urinieren geht der Schliesmuskel auf und die Blase kann sich entleeren.
Unter einem ektopischen Ureter versteht man einen Harnleiter der nicht an der richtigen Stelle mündet. Das bedeutet, dass der Harnleiter zu weit hinten mündet, z.B. direkt in die Harnröhre oder in die Scheide.
Die Ureterektopie ist eine angeborene Erkrankung. Es wird vermutet, dass es sich bei der Ureterektopie um eine erbliche Erkrankung handelt, da sie vermehrt bei einzelnen Rassen (Retriever, Entlebucher und Appenzeller Sennhund, Briard) auftritt, es konnte bisher aber noch kein Vererbungsmodus nachgewiesen werden.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten einen ektopischen Ureter zu diagnostizieren. Die häufigste Methode ist die Ultraschalluntersuchung. Die Ultraschalluntersuchung wird ohne Narkose durchgeführt und wird sogar von noch nicht abgesetzten Welpen problemlos toleriert. Der Hund wird auf ein Kissen in Rückenlage gelegt und mittels Ultraschall werden die Einmündungen der Harnleiter dargestellt. Zur besseren Darstellung kann man ein Urintreibendes Mittel vor der Untersuchung verabreichen. Eine weitere Möglichkeit ist die Blasenspiegelung. Nachteil dieser Methode ist, dass der Hund narkotisiert werden muss. Ebenfalls möglich ist die Durchführung einer sogenannten Ausscheidungsurographie. Hierbei wird dem Hund ein Kontrastmittel intravenös verabreicht und anschliessend wird der Ausscheidungsvorgang mittels Röntgenaufnahmen dargestellt.
Hunde bei denen ein ektopischer Ureter diagnostiziert wurde sollten operiert werden. Als erstes muss die Nierenfunktion überprüft werden, ob eine Niere schon Schaden genommen hat oder nicht. Dies wird anhand von Urin-, Blut- und Ultraschalluntersuchungen gemacht. Falls die Niere gut arbeitet wird operiert. Hierzu wird der falsch mündende Harnleiter an seiner Mündungsstelle abgesetzt, das hintere Ende verschlossen und das vordere Ende in die Harnblase eingesetzt.
Da Fälle von ektopischen Ureteren in den letzten Jahren vermehrt bei bestimmten Hunderassen diagnostiziert wurden, gehen verantwortungsvolle Zuchtvereine (z.B. Briard Club Deutschland, BCD) dazu über, ihre Zuchttiere oder zum Teil gesamte Nachzuchten untersuchen zu lassen.