Kleintierklinik Iffezheim

Wurmbefall bei Hund und Katze



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Die in Europa vorkommenden Parasiten und deren Bedeutung sind vielfältig. Die ESCCAP (European Scientific Counsel Campanion Animal Parasites) gibt daher umfassende Empfehlungen zur Bekämpfung von Parasiten bei Hund und Katze heraus. Wir möchten Sie daher an dieser Stelle kurz über die neusten Erkenntnisse informieren.

Der Tierarzt sollte den parasitären Infektionsstatus Ihres Tieres mittels geeigneter Diagnostik feststellen, um gegebenenfalls effektive Maßnahmen zum Schutz von Mensch und Tier zu ergreifen. Aufgrund von verschiedenen diagnostischen Methoden und dem Gesundheitszustand des Tieres kann man eine Erkrankung bestätigen oder ausschließen. Nicht jedes Tier mit Wurmbefall zeigt Symptome, aber es kann immer noch eine Infektionsquelle und damit eine Gefahr für seine Umwelt darstellen. Mehrere Parasiten sind sogenannte Zoonoseerreger, diese sind also in der Lage, vom Tier auf den Menschen übertragen zu werden.
Dem Tierarzt bieten sich mehrere Methoden zum Erkennen einer Parasiteninfektion. Die häufigste Methode ist die Kotuntersuchung. Erst einmal mit bloßem Auge oder nach Aufarbeitung (Sedimentations- oder Flotationsverfahren) unter dem Mikroskop. Hier gilt es festzustellen, ob Parasiteneier oder Parasitenbestandteile zu finden sind, danach werden diese identifiziert, um möglichst eine gezielt Therapie beginnen zu können. Sollte man bei einer Kotuntersuchung jedoch keinen Hinweis auf eine Infektion haben, so ist dass leider nur begrenzt aussagekräftig, da Würmer nicht permanent Eier abgeben. Um die Trefferquote zu erhöhen ist es sinnvoll eine Sammelkotprobe der letzten 3 Tage abzugeben. Wenn der Verdacht trotzdem nicht ausgeräumt werden kann, dann kommt noch eine Blutuntersuchung auf Antikörper oder eine Untersuchung auf genetisches Material (PCR) des Parasiten in Frage.
Wir stellen Ihnen später kurz nur die wichtigsten parasitären Erreger vor. Einigen wird aufgrund der Häufigkeit ihres Auftretens oder wegen ihrer krankheitserregenden Eigenschaften, sowie ihrer Ansteckungsgefahr für den Menschen, eine größere Bedeutung zugemessen. Bei einem parasitären Befall spielen auch individuelle Faktoren wie das Alter, die Nutzung des Tieres oder dessen Haltung eine Rolle.
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Alter und Zucht
  • Hunde- und Katzenwelpen, sowie alte Tiere haben allgemein ein höheres Risiko von Parasiten befallen zu werden und diese auch auf andere Tiere zu übertragen, als erwachsene Tiere.
  • Trächtige und säugende Tiere können bestimmte Würmer schon früh auf ihre Welpen übertragen.
Haltungsform und Nutzung
Folgende Hunde- und Katzengruppen tragen ein erhöhtes Risiko als einzeln im Haus gehaltene Kleintiere:
  • Tiere in Zwingern , Katzenzuchten oder in Tierheimen
  • Freilaufende oder streunende Hunde und Katzen
  • Jagdhunde
Ernährung
  • Hunde und Katzen mit Zugang zu wilden Nagetieren, Schnecken, rohem Fisch und rohem Fleisch haben auch ein erhöhtes Risiko.
Wohnort und Reisen
Urlaubsgebiete in Süd- und Osteuropa stellen für Ihr Haustier ein besonderes Risiko dar, da gerade hier Parasiten auftreten, die in Deutschland noch nicht verbreitet sind. Gleiches gilt auch für importierte Hunde.
  • Tierpensionen, Ausstellungen und Leistungsprüfungen erhöhen auch den Infektionsdruck.
Wesentliche Maßnahmen zur Bekämpfung von Wurmbefall bei Hund und Katze:
  • Man sollte die von Tierärzten verordneten Maßnahmen ( Diagnose, Prävention und Therapie) einhalten.
  • Hygienemaßnahmen, insbesondere das regelmäßige Entfernen von Katzen- und Hundekot, um Verunreinigungen mit ansteckenden Wurmstadien ( z.B. Eiern) zu vermindern.
  • Ernährung mit kommerziellen oder ausreichend erhitzten ( 10 min., Kerntemperatur 65°C) oder vorab gefrorenen, selbst zubereitetem Futtermittel zur Vermeidung von Infektionen mit Parasiten, die durch rohes Fleisch oder Fisch übertragen werden ( z.B. Spülwürmer, Bandwürmer)
  • Vermeidung der Aufnahme von Nagetieren, Kadavern, Schlachtabfällen.
  • Angebot von sauberem Trinkwasser
Auch wenn man die Risiken minimiert, so kann ein Wurmbefall nicht immer verhindert werden. Besonders Augenmerk sollte man auf diese Würmer richten:
  • Spulwürmer (Toxacara spp.) und Hakenwürmer
  • Bandwürmer (Echinococcus spp.)
  • Herzwürmer (Dirofilarien)
Informationen zu Spul- und Hakenwürmern
Das Tier kann folgende Symptome zeigen, Durchfall, Gewichtsverlust, Blutarmut und bei Welpen kann es zu einem Darmverschluss durch einen Wurmknoten kommen. Infektionen kommen sowohl bei Welpen als auch bei erwaschenen Tieren vor. Bei erwachsenen Tieren kommt es seltener zu Symptomen, bei Welpen, die sich oft über die Mutter infizieren, sind schwere Erkrankungen jedoch keine Seltenheit. Zusätzlich besteht eine Gefahr für den Menschen, die sich auch oral über die Aufnahme von Spulwurmeiern infizieren können. Gewisse Stadien des Wurmes beginnen dann eine Körperwanderung und können Probleme an Nerven, den Augen und dem Gehirn verursachen. Daher ist es angezeigt eine regelmäßige Kotuntersuchung des Tieres durchführen zu lassen oder regelmäßig zu Entwurmen.

Entwurmungsempfehlung und Entwurmungsplan:
  • Hundewelpen ab der 2. Lebenswoche sollten alle 2 Wochen entwurmt werden, bis mindestens 2 Wochen nach dem Absetzen von der Muttermilch.
  • Katzenwelpen sollten ab der 3. Lebenswoche alle 2 Wochen bis 2 Wochen nach dem Absetzen entwurmt werden.
  • Säugende Hündinnen und Katzen sollten gleichzeitig mit der Behandlung der Welpen entwurmt werden.
  • Trächtige Hündinnen sollten einmalig um den 50. Tag der Trächtigkeit entwurmt werden, um die Infektion der Welpen im Mutterleib zu verhindern.
  • Alle erwachsenen Hunde und Katzen sollte alle 3 Monate entwurmt werden.
  • Ist der Infektionsdruck hoch oder sind Kleinkinder im Haushalt, empfiehlt es sich, sogar einmal im Monat zu entwurmen. Hier muss das Risiko individuell beurteilt werden.
Informationen zum Fuchsbandwurm ( Echinococcus)
Dieser in ganz Deutschland vorkommende Erreger ist für Menschen besonders gefährlich und kann zu einer tödlich verlaufenden Lebererkrankung führen. Man kann sich oral über verunreinigtes Fell infizierter Tiere oder deren Kot anstecken ( z.B. auf Waldfrüchten ). Hunde sind auch empfänglich für diesen Parasiten , Katzen jedoch kaum, diese infizieren sich zumeist durch Nagetiere, Schlachtabfälle und rohes Fleisch. Man kann den Fuchsbandwurm mittels Kotuntersuchung oder PCR ( Gentest) nachweisen. Therapie ist eine Entwurmung und das Abbaden der Tiere mit speziellen Mitteln.
Informationen zum Herzwurm (Dirofilarien)
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Dieser Erreger kommt nicht in Deutschland vor, ist aber für importierte Hunde oder Hunde im Auslandsurlaub von Bedeutung. Die Erkrankung mit dem Herzwurm kann für den Hund tödlich verlaufen und fängt zumeist erst mit Husten, Atemnot und einem vermindertem Allgemeinzustand an. Übertragen wird dieser Erreger von einer Mücke, die hauptsachlich in der Zeit von April- Oktober vorkommt ( auf den Kanaren jedoch ganzjährlich). Eine Prävention ist der Einsatz von Insektensprays und Repellents oder beim Tierarzt erhältliche Medikamente, die vor und nach dem Urlaub eingesetzt werden sollten. Aufschluss über eine Erkrankung gibt eine Blutuntersuchung.
Spul- und Hakenwürmer sind Parasiten des Dünndarms. Es werden in der Regel keine Würmer, sondern Wurmeier mit dem Kot ausgeschieden. Ihr Nachweis erfolgt durch eine mikroskopische Kotuntersuchung. Ein „negativer“ Befund schließt einen geringgradigen Wurmbefall nicht unbedingt aus, da die Ausscheidung von Eiern nicht permanent erfolgt. Wir empfehlen deshalb eine Untersuchung des Kotes von drei aufeinander folgenden Tagen. Bei hochgradigem Rundwurmbefall kann es zu Erbrechen von lebenden Würmern kommen. Ein Abgehen von Würmern im Anschluss an eine Entwurmung bedeutet kein „Versagen“ des Medikamentes, sondern zeigt vielmehr seine Wirksamkeit.
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Bandwürmer sind ebenfalls Parasiten des Dünndarms. Jedoch werden bei Bandwurmbefall einzelne Bandwurmglieder mit dem Kot ausgeschieden und sind somit am Tier oder dessen Umgebung bzw. im Kot sichtbar. Teilweise verlassen die Bandwurmglieder auch selbständig den Enddarm und führen damit zu Juckreiz im Analbereich. Im eingetrockneten Zustand ähneln sie Reiskörnern, die im Fell kleben. Die Infektion mit Badwürmern bei Hund und Katze ist durch die Aufnahme sogenannter Zwischenwirte möglich. Hierbei handelt es sich i.d.R. um Mäuse und Flöhe, welche Entwicklungsstadien von Bandwürmern enthalten. Menschen können sich durch die Aufnahme von Bandwurmeiern mit dem Hundebandwurm oder auch dem kleinen Fuchsbandwurm infizieren und dadurch gefährlich erkranken. Bei der Entwurmung von erwachsenen Hunden und Katzen sollte deshalb ein Anthelmintikum (Entwurmungsmittel) gewählt werden, das auch gegen alle Bandwurmarten wirksam ist.